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Zeitgeist ade . . . authentisch leben . . . sinnvoll leben

 

Der Begriff Zeitgeist umfasst im nachfolgenden Sinne mehr als nur den prägenden Charakter einer Zeitepoche, Modeströmungen, Lifestyle, Trends, Mainstream, Massengeschmack, Chorgeist, den Lärm der Zeit, sondern auch bestimmte Arten des dahinterstehenden Denkens, ohne diese der Zeitgeist in der ausgeprägten Form überhaupt nicht existieren könnte. Selbst die dauernde Ausrichtung nach den neuesten Modeströmungen ist ja bereits eine bestimmte Art des Denkens. Auch die grundsätzliche Nichtbefassung von Hintergründen und einfachen Zusammenhängen, die nachhaltige Nichtbeachtung der Folgen eigenen Handelns sowie die Nichtbeachtung von tiefergehenden Gedanken und Ursachen durch Verdrängung und Ignoranz ist im nachfolgenden Sinne eine Art der Zeitgeist-Denkstruktur. Es wird nur selten versucht, hinter die äußeren Fassaden der Gesellschaft zu blicken. Hinter Zeitgeistströmungen stehen immer Menschen. Die ausschließliche Betrachtung der Oberfläche wäre daher unvollständig. Eine Gesellschaftskritik als Basis für Reformen sollte möglichst versuchen, auch die Hintergründe zu erfassen.

 

Bildungssystem ade > anders leben > authentisch leben

 

Wie will man authentisch leben, wenn man sich andauernd mehr oder weniger bewusst  von den Zeitgeist-Strömungen treiben lässt? Wie will man so zu einem zunehmenden natürlichen "Sich-Selbst-Bewußtsein" finden? Sollte hier nicht das hiesige Thema "Zeitgeist ade" im weiteren Verlauf des Lebens einen größeren Stellenwert einnehmen?

Meist wurden weder im Elternhaus, Schule, Ausbildung noch in den Medien ein solcher Themenschwerpunkt eingehender behandelt. Das Wichtigste im Leben, also dass sich der Mensch sozusagen als individuelles, eigenverantwortliches und selbständiges seelisches Wesen mit eigenen Lebenssinn begreift und sich um den weiten Blick für das Eigentliche bemüht, statt nur isoliert zu denken und auf der Oberfläche zu leben, lernt man im Bildungssystem in der notwendigen Tiefe normalerweise gar nicht. Auch die die eigenständige Erfassung und Gewichtung von Kernpunkten (statt Einzelheiten aufzuplustern) ist dort kein zentraler Gesichtspunkt. Solche natürliche Gaben und innere Leitlinien werden in diesem Bildungssystem oft systematisch eliminiert und durch oberflächlich-lineare Denkstrukturen ersetzt. Bildung ist mehr als Wissen. Die Grundlagen dafür zu legen, daß Heranwachsende ihre individuellen Fähigkeiten entwickeln und sich im späteren Leben immer weiter entwickeln können, sollte Vorrang haben.

Typische Zeitgeist-Denkstrukturen sind also bereits im Bildungssystem (nicht nur in Deutschland) vorhanden, davon ganz besonders auch bei den sog. "Erziehungswissenschaften". Ein zweifelhaftes, destruktives "Bildungs"system, das hauptsächlich aus "Auswendig lernen - Prüfungen - Benotungen - Vergessen" besteht und vergleichsweise viele ausbildungsunfähige junge Leute und verkopfte Genies hervorbringt, kann ich auch nicht als "Wissenschaft" bezeichnen. Eine destruktive "Wissenschaft", dessen Auswirkungen die Kinder von Kindergarten und Schule ins eigene Wohnzimmer tragen. 

Meist befinden sich jene Menschen in den "oberen Etagen" von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Medizin, Justiz, Medien, Staat und Gesellschaft, die dieses Bildungssystem voll durchlaufen haben. Sie wissen viel, aber verstehen und begreifen oft nur wenig. Grundlegende Fragen werden nicht erkannt oder ausgeklammert und man dreht sich um isolierte Einzelfragen im Kreis. Ohne ausreichende Basiserfahrung läßt die Gesellschaft diese in höhere Positionen arbeiten. Auch deshalb steuern wir auf seelische, soziale, ökologische und ökonomische Katastrophen zu. Bei der (bislang ersten) Finanzkrise vor rund einem Jahrzehnt hätten sie in der Folge beinahe unser Gemeinwesen ruiniert. Würde denn die Welt so aussehen, wenn wirklich Fähige in den "oberen Etagen" wären?

Wann fängt dieses "Bildungs"system endlich an, mal innezuhalten?

Eher weitblickende und fähige Menschen halten sich meist von höheren Positionen in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft fern, da bei den vorherrschenden Denkstrukturen ein erhöhtes Engagement oft keinen seelischen Gewinn bringt und ein solches Umfeld sinnvolles Arbeiten und sinnvolle Reformen kaum zuläßt. Das seelische Selbst und der eigene Lebenssinn müsste einem zu hohen Anpassungsdruck weichen mit der Folge der weitgehenden Aufgabe der seelischen Identität. 

Wer auf der anderen Seite den Lebenssinn darin sieht, möglichst viel Karriere, Macht und Geld anzustreben, lebt wiederum jene Denkstrukturen, die fähige Menschen abschrecken. Auch werden innerhalb deren Strukturen kaum Menschen geduldet, die grundsätzlich anders denken. Isoliertes Denken passt nicht zu einem eher ganzheitlichen Denken. Somit entsteht von selbst eine Art von System, das oft verhindert, daß die wirklich Fähigen in die "oberen Etagen" und an die Spitze kommen.

 

 Religionen ade > authentisch leben > sinnvoll leben

 

Auch die organisierten Religionen sind hinsichtlich der Entwicklung eines natürlichen Sich-Selbst-Bewußtseins im Leben der Menschen nicht nur große Versager, sondern lediglich rein irdische Institutionen oder Organisationen (wie z.B. Kirchen) und eben selbst Verursacher weitreichender Zeitgeist-Strömungen (Stichwort z.B. "blinder Glaube"; auffällig häufige Folge: Bis hin zu Fanatismus und Gewalt. Sie predigten den Frieden und haben schon oft Unfrieden, Gewalt, Terror und Kriege verursacht. Da wundert es nicht, daß sie mit der an sich richtigen Predigt der Ablehnung von Gewalt nicht überzeugen konnten). Die institutionalisierten Religionen sind wahrscheinlich sogar von einer Art von Zeitgeist-Mentalität regelrecht abhängig, um irdisch zu überleben (was natürlich auch für andere Organisationen gelten dürfte). Geistig-seelische Unabhängigkeit ihrer "Schäfchen" ist da nicht gefragt, sondern eher deren Gleichschaltung. Schon alleine die Existenz von verschiedenen Religionen zeigt, daß da wohl etwas grundlegend falsch läuft. Möglichst authentisch leben und blind glauben ist jedenfalls ein Widerspruch in sich.

Natürlich dürfte ähnliches auch für Ersatz-Religionen sinngemäß gelten, wie z.B. die unverhältnismäßige Nutzung elektronischer Gebetsbücher (Mobilfunk, mobiles Internet, ....), von denen es in Deutschland mehr gibt als das Land Einwohner hat. Sie grenzen mittlerweile jene fast automatisch aus, die eine solche Gebetsbuch-Elektronik nicht besitzen. Auch in der linearen EDV ist nicht alles sinnvoll, was machbar ist.

Den unselbständigen, vernetzung-suchenden Zeitgeist-Denkstrukturen folgt die zunehmende Vernetzung in der EDV mit der weiter zunehmenden Gefahr der Gleichschaltung von Menschen und Gesellschaft bis hin zur Diktatur. Diese Schäfchen-Mentalität begünstigt z.B. auch die geistigen und technischen Voraussetzungen zu einem Polizei-, Schnüffel- und Überwachungsstaat, ohne damit die dahinterstehenden Probleme lösen zu können. Die von einigen Akademikern und angeblichen "Wirtschaftsweisen" geforderte (schrittweise) Abschaffung des Bargeldes z.B. wäre ein weiterer Schritt zu einer digitalen Überwachung.

 

Kritik am Zeitgeist > Warum müssen alle tun, was alle tun?

 

Viele grundlegende Reformen, Sinn-fördernde Dinge im Leben und letztlich auch der Lebenssinn werden von den Zeitgeist-Strömungen und dem Sog der Masse quasi überrollt oder erstickt.

Zeitgeistströmungen wollen uns z.B. beibringen, was wir im Leben gut, sinn- und geschmackvoll finden sollen, wie wir uns heute zu verhalten haben und was wir heute ablehnen oder zurückweisen sollen, letztlich wie wir denken und leben sollen. Auch die Ideologien versuchen, solche Strömungen und eingleisige Denkstrukturen zu erzeugen, die kein ausgewogenes Maß zulassen.

Im Streben nach gesellschaftlicher Zustimmung und Anerkennung lassen wir uns oft dazu verleiten, jemand zu sein, der wir nicht wirklich sind und tun das, was im Gesellschafts-Zeitgeist heute angesagt ist. Wir geben oft das auf, was wir wirklich mögen, zugunsten dessen, was die anderen zu mögen scheinen und verdrängen immer wieder das authentische Selbst. Wenn man nur außenorientiert ist, lebt man an sich selbst vorbei und man ist immer mehr vom Verlust der eigenen Mitte bedroht.

Das Innehalten, die Muße und Stille wird ersetzt durch Zerstreuung und einem "Ständig-Beschäftigt-sein", bis hin zum gesundheitsschädlichen Dauerstreß. Oft genug folgen wir nun unkritisch und unbewusst diesen offenbar übermächtigen Gedanken dieser Strömungen, die mit der Art des Denkens letztlich die Art der oft krankmachenden gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmt und jenen, die anders denken, oft  wenig Spielraum lässt, davon oft auch in jenen Bereichen, in denen man abhängig ist, wie z.B. im beruflichen Bereich.  

 

"Der Rest der Welt ist dafür, also muss es gut sein" – sprach das Schaf zum anderen und folgte der Herde zum Schlachthof

 

In der irrigen Annahme, dass das, was die Mehrheit macht, immer sinnvoll und richtig ist, bewirken Zeitgeistströmungen eine Gleichschaltung zahlreicher Lebens-Bereiche. Die eigene Entscheidungsfreiheit wird oft mehr oder weniger unbewußt zugunsten der Mehrheitsmeinung aufgegeben, mit der Folge der zunehmenden Selbst-Gleichschaltung von Medien und Gesellschaft und der abnehmenden Nähe zum eigenen Lebenssinn. Dazu werden solche Strömungen teilweise von Medien, Konzernen, Lobbyisten, von kommerziellen oder anderen einflussreichen Seiten erzeugt und gesteuert (Manche Firmen aus der Werbewirtschaft verwenden im Firmennamen ganz offen den Begriff "Zeitgeist"), bis hin zu den von Lobbyisten bezahlten und als "Fachleute" präsentierten Miet-Mäulern und "Trolle".

Der Ruf der Werbung aus der Warenwelt, sich z.B. etwas "individuelles" zu kaufen, reicht doch wohl nicht aus, um sein eigenes Leben nicht nur anders, sondern möglichst authentisch und damit meist auch sinnvoll zu leben. Zumal wenn funktionierende Produkte vorzeitig weggeworfen werden, da z.B. das Design nicht mehr mega-in ist und durch neue Zeitgeisttrends ersetzt wird. Dementsprechend werden heute diese Produkte vorab nur  kurzlebig konstruiert und gebaut - und wer diesen Zeitgeistmurks nicht haben will, hat kaum noch langlebige Alternativen. Andersdenkende müssen sich wieder mal gegen ihren Willen und gegen ihrer Lebensweise den Zeitgeistströmungen fügen. 

Wer aber möglichst unabhängig sein will gegenüber dem, was man heute angeblich haben muß und tun muß, um "dazuzugehören", sieht darin wenig Sinn, immer nur das Neueste zu besitzen, noch mehr materielle Güter anzuhäufen und noch mehr Zeit nur für den eigenen Besitz zu verwenden sowie im Leben möglichst nur und ausschließlich "Fun zu haben". Er erkennt den Sog der Masse und deren Art des Denkens und wird davon aus eigener Überzeugung schrittweise immer unabhängiger. Er geht die ersten wichtigen Schritte zum "Zeitgeist ade". Je mehr der Mensch seine eigene Bestimmung und eigenen Lebenssinn erkennt, desto weniger lebt er als Marionette. Der Bildungsgrad spielt hierbei keine Rolle.

 

Medien und oberflächliche Halbwahrheiten ade

 

In der Folge der Mainstream-Diktatur fügen sich die Massenmedien meist dem Chorgeist ein und bieten als Sprachrohr vorherrschender Denkstrukturen oft oberflächliche Mainstream-Hofberichterstattung und Chorgeist-Hofunterhaltung bis hin zum vorauseilenden Zeitgeist-Gehorsam mit pflichtschuldiger Selbstzensur, z.B. durch Selektion und Ignoranz entsprechender Fakten. Selbst das, was dann von den Medien, insbesondere auch der selbsternannten "Qualitätsmedien" gebracht wird, muß nicht automatisch den vollen Tatsachen entsprechen (was z.B. auch sog. Sprachwissenschaftler festgestellt haben).

Es ist wohl nicht so, daß deren Meldungen vor der Veröffentlichung auf Richtigkeit und Vollständigkeit tatsächlich geprüft werden. Die Medien übernehmen die Meldungen lediglich von fast monopolartigen Lieferanten mit gleichartigen Denkstrukturen, z.B. von Nachrichten- und PR-Agenturen sowie Pressemitteilungen. Wenn aber die Quellen nur oberflächliche Halbwahrheiten enthalten, dann kann auch das als "Tatsache" veröffentlichte Endprodukt kaum vollständiger sein. Zumal die Gewichtung der Ereignisse, also  Themenschwerpunkte und Themenauswahl zu wünschen übrig läßt und oft 'Mücken' zu 'Elefanten' aufgeplustert werden. 

Neben der Lobbyisten-Meinungsmache will man offenbar nicht zur Kenntnis nehmen, daß es heute auch eine nicht ergebnisoffene gekaufte institutionalisierte Wissenschaft gibt (mit entsprechend einseitigen Ergebnissen und Halbwahrheiten), über die schon ganze Bücher geschrieben wurde. Man fragt meist nicht nach den Hintergründen, z.B. wer die jeweiligen Studien eigentlich bezahlt und in Auftrag gegeben hat. Auch außerhalb der Medien bis hin zur Politik, staatlichen Stellen und Justiz wird oft das eigene Denken abgeschaltet, sobald der Begriff "Wissenschaft" auftaucht. Maßgebend ist dann, was als wissenschaftlich gilt - und nicht was tatsächlich ist.

Zur eigenen Recherche vor Ort haben die Redaktionen oft keine Zeit; und wenn in bestimmten Fällen doch, dann ohne Garantie auf Vollständigkeit der wirklich wesentlichen Punkte. Denn dazu müßten möglichst alle Beteiligten auch eine zeitgeistunabhängige Erfassung und Gewichtung von Kernpunkten und tatsächlichen Hintergründen vornehmen, was aber zu oft an den eigenen Denkstrukturen scheitert. Abgehobene Denkstrukturen, die offenbar auch eine nur selektive Wahrnehmung der Realität begünstigt (nicht nur bei den Medien). Sie weigern sich oft über Tatsachen zu berichten, die nicht in ihr Denkschema passen. Woanders würde dies als Arbeitsverweigerung gelten. Die wesentlichen Inhalte sind ja nichts für den kleinen Mann. Eine klare Trennung zwischen Nachricht und Meinung scheint immer weniger stattzufinden. Obwohl sie doch wie kaum ein anderer die Möglichkeit haben, mit gekennzeichneten eigenen Kommentaren ihre Meinung in einem "Qualitätsmedium" bekanntzugeben.  

Die Suche nach eigentlichen Ursachen bleibt also nicht selten im oberflächlichen Zeitgeistgedöns stecken, das oft aus Halbwahrheiten besteht. Letztlich wird der (Selbst-)Gleichschaltung Tür und Tor geöffnet und sie werden ihrer Aufgabe in einer Demokratie immer weniger gerecht. Vor allem können Medien Wirkungen wie Zeitgeist-Brandbeschleuniger entfachen (nur ein Beispiel hierfür ist die seit einigen Jahrzehnten zunehmende Gewalt in der Gesellschaft). Sinnvoll zu leben oder der Lebenssinn ist offenbar überhaupt keine Grundlage für deren Arbeit, denn den linearen Denkstrukturen und dem wissenschaftlichen Materialismus wurde augenscheinlich längst der geistige Altar errichtet. Die Medien berauben sich dadurch selbst ihrer Unabhängigkeit. Gerade was bei dieser geistigen Selbst-Gleichschaltung der Medien nicht veröffentlicht wird, kann also durchaus wichtig sein.

 

Im Spannungsfeld mit den Zeitgeist-Strömungen

 

Kaum jemand lebt auf einer einsamen Insel und die Gesellschaft oder deren Umfeld hat man heute fast dauernd in der einen oder anderen Form um sich. Ohne auch nur irgendein Recht darauf zu haben, zwingen die Auswirkungen von oberflächlichen Zeitgeistströmungen aber denjenigen, die anders denken, oft zeitgeistkonforme Lebensweisen auf! Der Konflikt mit dieser unsichtbaren Diktatur ist im Grunde völlig normal und ganz in Ordnung. Soll man sich denn dauernd dazu verleiten lassen, sich fremdbestimmt führen zu lassen, weil man in dem, was viele andere machen, einen bestmöglichen Halt zu finden glaubt, anstatt seiner eigenen innersten Stimme zu folgen und eben anders zu leben? Fühlt man sich auf der "Gewinner-Seite", wenn man einfach die Mehrheitsmeinung des Zeitgeistes einnimmt und braucht man dieses Gefühl unbedingt zur eigenen Lebensweise? Hilft das bei der Suche nach dem eigenen Lebenssinn?

Es wäre auch sinnvoll, diese Konflikte möglichst sauber auszutragen und sich dabei nicht auf das oberflächliche Zeitgeistniveau und der oft krummen Denke herabziehen zu lassen, bei dem mit vielen Worten auf die eine oder andere Art von den Kernpunkten abgelenkt wird (Ähnlich auch bei politischen und anderen Sachdiskussionen: Wer nicht konkret auf den angesprochenen Punkt eingehen will, der hat es nötig). Aggressionen laufen ins Leere, wenn man sie nicht annimmt.

Oft ist dann auch der Zeitpunkt gekommen, die Diskussion abzubrechen, denn die machen am Ende ohnehin, was  s i e  wollen. Übergeordnete Gesichtspunkte wie Sinnhaftigkeit, Ökologie, Gerechtigkeit, Lebenssinn etc. werden letztlich ignoriert. Man hat ja im Bildungssystem nicht gelernt, Kernpunkte entsprechend zu bewerten und das will man meist auch nicht nachholen, sonst würde man aus der bequemen Massen-Denke herausfallen. Somit kann man sich da nur angewidert abwenden.

Auch in öffentlichen Debatten findet man oft Argumentationen abseits der Kernpunkte und Hauptursachen. Das Ergebnis ist dann ein Schattenboxen im oberflächlichen Gedöns.

Um der Massenmeinung nicht blind hinterherzulaufen, sollte man sich den Zusammenhängen der Zeitgeistströmungen und der dahinterstehenden Art des Denkens möglichst bewusst werden bzw. den dauerhaften Willen aufbringen, so weit zu kommen. 'Zeitgeist ade' ist ein schrittweiser Bewußtseinsprozess. Bringen wir doch immer öfter den Mut auf, einfach so zu sein, wie wir wirklich sind, ohne uns unbedingt dafür zu entschuldigen oder zu rechtfertigen. Folgen wir doch einfach dem eigenen Lebenssinn. 

Wenn man dann unabhängig und bewußt weiss, was man tut, sollte es dann auch kein Problem sein, innerhalb eines gesellschaftlichen Umfeldes abzuwägen, ob man sich jeweils aktuell bewußt anpasst oder bewußt Unstimmigkeiten und Kritik riskiert, mit den möglichen Folgen. Dauerhafte, unbewußte und chronische Anpassung an die Mehrheit hilft letztlich niemanden, weder sich selbst noch anderen.

Auch kann dann nach und nach immer besser unterschieden werden, was echtes Sozialverhalten (das selbstverständlich ist) und was vom Zeitgeist behauptetes "Sozialverhalten" ist, das dieser uns einreden oder gar mit Kritik aufzwingen will.

 

Zeitgeist-Ballast abwerfen  –  anders leben  -  selbst leben statt gelebt zu werden - Sinn des Lebens

 

Um möglichst authentisch zu leben, zwingt man sich auch keine bloße "Anti-Zeitgeisthaltung" auf, denn dadurch wäre man ja bloß wieder auf den Zeitgeist fixiert – letztlich genauso wie jene Mehrheit, die das mehr oder weniger unbewusst macht. Die bloße Einnahme von Minderheiten-Positionen bringt also automatisch keine eigene unabhängige Überzeugung und sie wäre wohl auch keine dauerhafte Basis für Reformen. "Anders" leben und etwas Gesellschafts-Kritik bzw. Zeitgeist-Kritik alleine reicht also nicht. Ohne eigene Überzeugung führt das bloße "Anders" leben nur zu einer Art von Minderheitenzeitgeist mit den selben Denkstrukturen, nur in einer anderen Farbe. Hier sollte man sich ebenfalls fragen, was das mit der eigenen Suche und Sinnfindung im Leben, mit dem Lebenssinn und den seelischen Bedürfnissen, der ureigenen Lebenseinstellung und Lebensweise noch zu tun hat.

Hat man nun im Sog der Masse unbewusst Entscheidungen übernommen und stellt man später fest, dass das so eigentlich gar nicht zu sich selbst passt oder nicht wirklich sinnvoll ist, kann man, soweit noch möglich, entsprechende Korrekturen vornehmen. "Zeitgeist ade" ist ja ein schrittweiser Prozess und im allgemeinen Zeitgeistgedöns macht man eben auch Fehler. 

Sinn des Lebens ist, möglichst sinnvoll zu leben. Jeder Mensch hat den leisen Drang dazu in sich. Daraus ergibt sich individuell entsprechend zu denken und zu leben, jeder nach seinen eigenen Begabungen und Fähigkeiten, und diese fördernd einzusetzen, auch wenn diese oftmals mit dem jeweiligen Zeitgeist nicht kompatibel sind. Diese Suche nach dem Lebenssinn sollte in keiner Weise von außen beeinflußt werden.  Sinnvoller leben macht glücklicher - bei beiden besteht ein enger Zusammenhang.

     

Persönlicher und gesellschaftlicher Wandel braucht keinen (neuen) Zeitgeist, sondern viele unabhängig denkende Menschen

 

Letztlich sind aus der Kraft der eigenen Überzeugung unabhängige, autonome Entscheidungen angesagt, die der eigenen innersten Stimme oder dem inneren Kompass folgen, statt sich die eigenen Meinungen bloß wie Kleidungsstücke aus einem vorhandenen Kleiderschrank umzuhängen und sich unüberlegt der Konformität einzufügen. 

Ein Ergebnis des Abwerfens von Zeitgeist-Ballast ist in der Folge auch‚ daß man nicht nur anders, sondern auch sinnvoller lebt - unabhängig davon, ob das nun in der Zeitgeist-Gesellschaft eine Anerkennung findet oder mit Kritik bedacht wird. Sinnvoll leben aber kommt fast immer nicht nur sich selbst, sondern in der Folge auch der Allgemeinheit zugute!  Denn nur dann kann man seinen Mitmenschen echte Werte geben und mit unseren Talenten hilfreich sein. Nur so kann meines Erachtens ein wirklich grundlegender gesellschaftlicher Wandel beginnen, denn ein bloßer "neuer" Zeitgeist bewirkt genauso wie der "alte" nur die Konformität und die Gleichschaltung zahlreicher Lebens-Bereiche, die eine echte individuelle Suche nach dem Lebenssinn bzw. die eigene Sinnfindung im Leben behindert. 

Es wären die eingleisigen, isolierten und oberflächlichen Zeitgeist-Denkstrukturen zu überwinden. Dieses alte Denken, das viele Menschen u.a. bis an den Rand von persönlichen, ökologischen, ökonomischen und kriegerischen Katastrophen gebracht hat, sollte endlich verschwinden und einem neuen Denken weichen, bevor es zu spät ist. Ein neues Denken für eine neue Zeit.

 

"Moderne Inquisition"?

 

Ob bewußt oder unbewußt kostet es Zeit, Geld und Mühe, immer auf der Höhe des Mainstreams "up to date" zu sein. Wer aber dem Sog des Zeitgeistes nicht folgt, wird im günstigsten Fall oft als etwas "zurückgeblieben" belächelt, denn jene bilden sich ein, "fortschrittlicher" zu sein und fühlen sich deshalb überlegen. Schließlich hat man die Mehrheit hinter sich. Da paßt es nicht zu den engen und starren Zeitgeist-Denkstrukturen, daß es Menschen gibt, die anders denken und in ihrer Lebensweise halbwegs zeitgeistunabhängig und authentisch leben wollen und den eigenen Lebenssinn finden. 

Versucht man mit der ureigenen Lebensweise dauerhaft dem Zeitgeist ade zu sagen und damit meist abseits der Zeitgeistströmungen anders zu leben und vor allem einigermaßen authentisch zu leben, ist man im ungünstigsten Fall des öfteren (mehr oder weniger versteckten) Angriffen oder destruktiver Kritik ausgesetzt. Da ist es dann oft Aus mit der Meinungsfreiheit, denn man verstößt gegen die Riten der Ersatz-Religion "Zeitgeist". Offenbar hat man jenen Teil des Denkens vom "düsteren" Mittelalter (Inquisition, Hexenverfolgung) bis heute nicht überwunden, sondern nur die äußeren Formen haben sich verändert. Wörtlich genommen wären diese festgefahrenen Denkstrukturen fast schon kein Zeitgeist mehr, sondern ein Ungeist, der die Zeit überdauert hat.

Wer sinnvoll und authentisch leben will, bekommt nach und nach einen immer tieferen Einblick hinter die Fassaden der Gesellschaft und deren Staat. So beeinflussen die genannten Denkstrukturen u.a. auch Gesetzgebung und Justiz. Ein Rechtsstaat aber endet dort, wo es ungerechte Gesetze und Rechtsauslegungen gibt. Zumal in Deutschland jedes Gerichtsurteil bereits mit der Unwahrheit "Im Namen des Volkes" beginnt, auch wenn deren Urteile nur eigene Rechtsauslegungen sind. Was soll man da von einem solchen Staat halten?

Der Staat und seine Institutionen und Behörden können normalerweise nicht besser sein als die Gesellschaft, die diesen trägt und finanziert. Es lassen sich aber langsam immer mehr Menschen nicht mehr das bieten, was ihnen der Staat, Konzerne und Gesellschaft zumuten und leisten in der einen oder anderen gewaltfreien Form Widerstand, Kritik oder Boykott. Nicht etwa um des Konflikts, Widerstands oder der Kritik willen, sondern lediglich um ein halbwegs sinnvolles Leben führen zu können ...

Nicht die Rebellen verursachen die Probleme der Welt, sondern die Probleme der Welt bringen Rebellen hervor. Die Probleme wiederum verursacht letztlich diese Gesellschaft.

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Warum müssen alle tun, was alle tun? Mögen die Vertreter des Mainstream-Denkens zu einer besseren Einsicht gelangen. Letztlich trägt jeder die eigene Verantwortung dafür, welchen "Geist" man im Leben folgen will: Dem Zeitgeist, einen anderen "Geist" oder z.B. der eigenen innersten Stimme und Überzeugung, die letztlich zum eigenen Lebenssinn führt. 

Ich hoffe, ich konnte Denkanstöße geben für eine neue Zeit mit Geist, statt mit blinden Zeitgeist. Mögen die Leser, die bis zu diesen Zeilen gelangt sind, zu einem möglichst zeitgeistunabhängigen, authentischen und sinnvollen Leben gelangen und den eigenen Lebenssinn finden, ähnlich wie ein Gehen eines Weges, der nicht vorhanden ist und erst durch das Gehen selbst entsteht .....

 

"Immer, wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen"  (Mark Twain)

„Es ist leichter, eine Lüge zu glauben, die man hundertmal gehört hat, als eine Wahrheit, die man noch niemals gehört hat" (Robert Lynd)

"Wer die Wahrheit sucht, der darf die Stimmen nicht zählen" (Gottfried Wilhelm Leibnitz)

​"Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!"  (Kurt Tucholsky)

 

 

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